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Mini Living

Urbanes Wohnkonzept der Zukunft?

Insbesondere in Städten ist immer knapper werdender und bezahlbarer Wohnraum ein großes Problem. Nach wie vor zieht es die Menschen in die Städte und mit ihnen eine Vielzahl an individuellen Lebenskonzepten, Ansprüchen und Bedürfnissen. MINI LIVING zeigt mit innovativen Wohnkonzepten Lösungen auf, wie ein hohes Maß an Lebensqualität mit Wirtschaftlichkeit Hand in Hand gehen kann.

Im Jahr 2016 hat die britische Kleinwagenmarke MINI damit begonnen, ihr Kerngeschäft um innovative Wohnkonzepte für das gemeinsame Leben und Arbeiten in der Stadt zu erweitern. Was auf den ersten Blick etwas ungewöhnlich erscheint, macht mit einem Blick auf die Unternehmensphilosophie aber durchaus Sinn. Denn die Maxime der Kleinwagenmarke lautet „Big Life – Small Footprint“ und beinhaltet so auch die Anforderungen an zeitgemäßes Leben in Städten.

Die Problematik, insbesondere in Metropolen, reißt nicht ab: Alle wollen dort hin, aber vor Ort wird es immer enger. Andererseits liegen viele Flächen brach und große Gebäudekomplexe stehen leer – wie beispielsweise Fabriken. Das Konzept MINI LIVING geht diese Problemstellungen mit dem kreativen Umgang von Platz an. Soll heißen: Raum wird sowohl effizient als auch ansprechend gestaltet. So kann mit wenig Grundfläche durchaus viel Lebens- oder Arbeitsraum geschaffen werden. Im Umkehrfall können bislang nicht genutzte Flächen mit überschaubarem Aufwand für möglichst viel Wohn- bzw. Arbeitsraum umgestaltet werden. Im Fokus steht beim MINI LIVING dabei stets das Thema Individualität und keinesfalls standardisierte Vorgaben. Partizipation heißt das Schlüsselwort – hier werden individuelle Bedürfnisse in den Planungsprozessen berücksichtigt.


Individuell und doch gemeinsam

Parallel dazu sehnen sich die Städter neben ihrer Individualität aber auch nach Gemeinsamkeit. Aus diesem Grund gehören zu den Konzepten ebenfalls Gemeinschaftsflächen, auf denen dem Bedürfnis nach sozialem Austausch nachgekommen werden kann. Insgesamt lassen sich die privaten und die gemeinschaftlichen Module flexibel miteinander kombinieren, so dass den Nutzern und den Gegebenheiten angepasste Areale entstehen können. In dem Projekt MINI LIVING werden also designorientierte Lösungen entwickelt, die auf minimalem Raum den komplexen Anforderungen der aktuellen und auch der folgenden Generation zum Leben und Arbeiten in Großstädten Rechnung tragen – Lebensqualität inklusive.

Weltweit gefragt

In Kooperation mit internationalen Architekten und Designern wurden bereits weltweit zahlreiche MINI LIVING Projekte realisiert. Zum Beispiel von dem Londoner Architekturbüro Studiomama, das neben individuellen Bereichen mit öffent­lichen Räumen – wie eine Gemeinschaftsküche oder einem Fitnessraum – eine „Nachbarschaft“ schuf. Auf diesem Wege trifft man seine Nachbarn eben nicht nur zufällig im Treppenhaus. So ist individuelles Wohnen möglich, ohne auf soziale Begegnungen verzichten zu müssen.

Penda Architects aus Peking präsentierte mit einer Installation ein wandelbares Gebäude, das sich den jeweiligen Raumverhältnissen und den Bedürfnissen der Nutzer anpasst. Ausgangspunkt dieses MINI LIVING Projektes waren drei mal drei Meter große Raummodule, die sich flexibel montieren und miteinander kombinieren lassen. Im Ergebnis entstehen so individuelle Wohnviertel.

Die Module sind flexibel, so dass individuelle Vorstellungen umgesetzt werden können. © Adobe Stock

Das Wohnen von morgen?

Ohne Frage wirkt das Konzept MINI LIVING  etwas unwirklich und erinnert im Ansatz an sehr modernes Campen. Nichtsdestotrotz kann die Umsetzung in Großstädten durchaus sinnvoll und vor allem zukunftsfähig sein. Denn die Fragen, wie ausreichend bezahlbarer Wohnraum entstehen kann oder sich die Gesellschaft im demografischen und digitalen Wandel verändern wird, sind noch nicht beantwortet. Die Anzahl der Singlehaushalte wächst zunehmend, zudem werden Arbeitsplätze immer häufiger gewechselt. Die Anforderungen an Wohn- und Arbeitsraum unterliegen somit einem ständigen Wandel, den es zu berücksichtigen gilt. So können Immobilienbesitzer flexibel auf mögliche Mieter reagieren und diese können wiederum ihrem Wohn- und Arbeitsumfeld ihre individuelle Note geben. Denn beim Auszug aus dem MINI LIVING Komplex kann die Einrichtung auf Wunsch mitgenommen und an anderer Stelle installiert werden – Zuhause to go sozusagen.

Zukunftsforscher gehen davon aus, dass die Gesellschaft perspektivisch eher auf Verfügbarkeit und Zugang von Wohnraum setzt als auf Größe und Ausstattung oder den eigentlichen Besitz davon. So beschreibt das Zukunftsinstitut in seiner Studie „Zukunft des Wohnens“ das sogenannte „Collaborative Living“, bei dem gemeinschaftlich nutzbare Raumoptionen zum Wohnen und Arbeiten zur Verfügung stehen, die gleichzeitig eine hohe Lebensqualität bieten. Somit hat das MINI LIVING
Konzept gute Karten, um sich an vielen Orten der Welt einen Namen zu machen, denn die Maxime „Big Life - Small Footprint“ ist absolut zeitgemäß.