Nur 24 Stunden braucht ein 3D-Drucker, um ein Häuschen im mexikanischen Ort Tabasco fertigzustellen. © newstorycharity.org
Nur 24 Stunden braucht ein 3D-Drucker, um ein Häuschen im mexikanischen Ort Tabasco fertigzustellen. © newstorycharity.org
Produkte & Projekte

3D-Druck

Individuelle Architektur frisch gedruckt

Per 3D-Druck lässt sich vieles herstellen, vom kleinen Spielzeug bis zur großen Fassade und zum ganzen Haus. In Mexiko entsteht so gerade ein ganzes Dorf. Doch nicht nur für dieses Projekt – sondern für das Bauwesen generell – eröffnet das moderne Herstellungsverfahren großartige Möglichkeiten.

Gestern gedruckt, heute schon bezugsfertig: Nur 24 Stunden brauchte New Story für den Rohbau eines Häuschens im mexikanischen Tabasco. Die gemeinnützige Organisation errichtet Häuser für Arme. Im mexikanischen Ort Tabasco setzt sie dabei auf 3D-Druck. Damit will sie zusammen mit ihren Partnern Échale und Icon in kürzester Zeit ein Dorf mit 50 Häusern gründen.

Die ersten beiden der 46,5 Quadratmeter Gebäude sind bereits bezogen. Für ihre Wände schichtete ein Icon Vulcan II-Drucker zunächst Betonwülste übereinander. So formte er jeweils zwei Schlaf- und ein Wohnzimmer, eine Küche und ein Bad. Danach deckten Handwerker das Dach, setzten Fenster und Türen in den Rohbau ein und kümmerten sich um den Innenausbau. Fertig!

Drucken statt mauern: So werden aus Betonwülsten Gebäude. © newstorycharity.org

500 m Mauer aus dem Drucker

New Story ist jedoch nicht die einzige Gesellschaft, die 3D-Druck für den Bau entdeckt hat. Die chinesische Provinz Jiangsu hat vor kurzem die 500 m lange Suzhou Mauer eingeweiht – das derzeit längste Bauwerk in 3D-Druck. Dubai feierte 2019 das erste zweistöckige Gebäude dieser Bauweise. Und Saudi Arabien will bis 2030 insgesamt 1,5 Millionen neue Wohnhäuser haben – alle gedruckt.

Weltweit inspiriert das Verfahren Nutzer dazu, Bauteile und oder gar ganze Bauwerke schnell, kostengünstig, automatisiert und dabei individuell zu fertigen. Auch wo verschiedene Materialien bearbeitet und komplexe Formen realisiert werden, wo CO2-Emissionen und die Abfallrate gesenkt sowie nachhaltig gebaut werden soll, wird 3D-Druck immer häufiger in Erwägung gezogen.

Mal fließt dabei Beton aus der Maschine, mal sind es recycelte Flaschen, wie bei einem Pavillon in Dubai. Ein Luxus-Resort in Mosambik nutzt Sand und Meereswasser für seine Gästebungalows. Studenten aus Shanghai haben eine Brücke aus gewickeltem Metall-Filament gefertigt – und an der Universität Cambridge werden inzwischen sogar Korallen gedruckt. Die Reaktionen sind überall gut – und eine positive Zukunft ist dem 3D-Druck im Bauwesen daher gewiss.

Mehr Infos zum 3D-Druck:

www.newstorycharity.org/3D-community

www.3d-grenzenlos.de/magazin/thema/3d-druck-hausbau/

www.3dnatives.com