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Produkte & Projekte

Auf Wohngesundheit bauen

Gut beraten ist gesünder gebaut

Gesund Leben – das ist der Wunsch vieler Menschen. Nicht nur Familien mit Kindern oder Allergiker sind auf einen nachhaltigen Lebensstil fokussiert, der Trend hat alle Gesellschafts- und Lebensbereiche erfasst, Wohngesundheit eingeschlossen. Die Wahl gesunder Baustoffe jedoch bleibt eine komplexe Aufgabe. Wir geben Tipps, wie Sie Ihre Kunden bei diesem Thema gut beraten.

Immer häufiger werden Bauherren, Planer und Handwerker mit dem Kundenwunsch Wohngesundheit konfrontiert. Obwohl beim Bau scheinbar alles geregelt und genormt ist, wirft die gesundheitliche Qualität der Raumluft nach wie vor Fragen auf. Nicht nur, was die Materialauswahl betrifft – auch der Durchblick im Zertifikate-Dschungel für schadstofffreie Produkte fällt schwer.

Mit diesen Tipps sind Ihre Kunden gut beraten

Ein Wohn- oder Arbeitsraum ist nur so gesund wie die eingesetzten Materialien. Doch was macht einen gesunden Baustoff aus? Als Faustregel gilt: Ist ein Produkt sowohl in der Herstellung als auch in der Verarbeitung, Nutzung und Entsorgung umweltschonend, hat es gute Voraussetzungen, gesundheitsverträglich zu sein. Dabei sprechen folgende Aspekte für einen guten Baustoff:

Baustoffe und Materialien richtig wählen – ein Überblick

Baustoffe: Da sie Feuchtigkeit und Schadstoffe aufnehmen, haben anorganische Baustoffe – dazu zählen Ziegel, Kalk, Gipsputz und Betonstein – in der Regel keinen negativen Einfluss auf die Luftqualität. Auch Holz ist verträglich, sofern keine Holzschutz- oder Flammschutzmittel verwendet wurden.

Bodenbeläge: Holzböden sind eine gute Wahl, vor allem bei einer offenporigen Imprägnierung mit wasserlöslichen Pflanzenharzen und -ölen. Natursteine und Fliesen sind ebenfalls nachhaltig, allergikerfreundlich und damit wohngesund. Das gilt auch für Produkte ohne organische Lö-sungsmittel. Textile Bodenbeläge wiederum sind häufig mit Schadstoffen belastet, hier empfehlen sich Naturfasern sowie entsprechende Umweltzeichen. Muss ein Bodenbelag verklebt werden, sind emissionsfreie Kleber mit dem EMICODE EC1plus Zeichen zu empfehlen.

Putze und Farben: Die Oberflächen von Wand und Decke sollten auf Luftfeuchtigkeit und Geruchsstoffe ausgleichend und regulierend wirken, sprich Anstriche sollten ausreichend Wasserdampf aufnehmen und wieder abgeben können. Naturstoffe wie Lehm oder Kalk unterstützen ein gesundes Raumklima ebenso wie Silikat- und andere mineralische Wandfarben. Muss tapeziert werden, sind Papiertapeten oft besser geeignet als Vinyltapeten, da diese Weichmacher enthalten können.

Lacke und Imprägnierungen: Mittlerweile gibt es zahlreiche lösungsmittelfreie Produkte auf dem Markt, die sich zum Lackieren, Lasieren und Imprägnieren eignen.

Zertifikate und Labels richtig einordnen

Zertifikate und Labels sollen den Markt der Bauprodukte transparenter machen und Orientierungshilfe bei der Auswahl bieten. Allerdings ist es nicht immer einfach, Qualität und Aussagekraft eines Labels zu erkennen. Gerade Hersteller versuchen, mit Eigenlabels bestimmte Produkteigenschaften hervorzuheben, die jedoch keiner unabhängigen Prüfung unterliegen. Auch ist längst nicht jedes Siegel ein zuverlässiges Umweltzeichen, nur weil Umwelt drauf steht.

Qualitäts- und Gütezeichen

Hier stehen Produktqualität und die Einhaltung gültiger Normen und gesetzlicher Vorgaben im Vordergrund. Die Labels werden von Gütegemeinschaften, in denen meist Hersteller zusammengeschlossen sind, vergeben – die Anerkennung und Kontrolle eines Labels als Gütezeichen erfolgt durch das Deutsche Institut für Kennzeichnung und Gütesicherung e. V. (RAL). Qualitätszeichen wiederum werden von Herstellerverbänden vergeben.

Prüfzeichen

Haben Produkte ein Prüfzeichen, wurden sie von wissenschaftlichen Instituten oder Laboren unter anderem auf Sicherheit, Gebrauchsfähigkeit, Haltbarkeit, Inhaltsstoffe und Emissionen geprüft. Dabei gelten gesetzliche Vorgaben und Grenzwerte, Normen, Richtlinien und Anforderungen des Verbraucherschutzes. Gesundheitliche Aspekte werden innerhalb dieses Rahmens berücksichtigt.

Umweltzeichen

Diese Zeichen dokumentieren die Umweltverträglichkeit eines Produktes mit Blick auf Herstellung, Inhaltsstoffe, Emissionen und Entsorgung. Gesundheitliche Aspekte ergeben sich oftmals aus den umweltorientierten Untersuchungen. Teilweise werden sogar Kriterien angewandt, die gesetzliche Vorgaben übertreffen. Eine Auswahl:

TIPP:

Gesunde Baustoffe legen den Grundstein für ein gesundes Wohnumfeld. Darauf sollte auch die Inneneinrichtung und Möblierung aufbauen – denn Wohngesundheit hört beim Baustoff nicht auf.