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Experteninterview

Interview mit Timo Kirstein und Udo Berner

Deutschland baut!

Udo Berner ist Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender von „Deutschland baut!“. Zusammen mit STARK Deutschland Geschäftsführer Timo Kirstein verrät er, wie die Initiative die Baubranche unterstützt und welche Entwicklungen auf sie zukommen.

TAGWERK: Herr Berner, Sie haben die Initiative „Deutschland baut!“ 2012 mitgegründet. Wer gehört noch zum Kreis der Mitglieder und was ist ihr Ziel?

BERNER:

„Deutschland baut!“ gehört eine Vielzahl von Unternehmen entlang der Wertschöpfungskette Bau an. Dies sind Planer ebenso wie Dienstleister, Unternehmen aus dem produzierenden Gewerbe, klassische Baufirmen und Lieferanten von Baumaterialien. Entsprechend dieser Zusammensetzung sehen wir uns generell als Interessensvertreter der Baubranche an und als Sprachrohr in der Politik. Unser Ziel ist es, untereinander Wissen auszutauschen, uns gegenseitig zu unterstützen und zudem die Attraktivität und Reputation der Baubranche in den Augen der Gesellschaft zu erhöhen.

TAGWERK: Herr Kirstein, auch STARK Deutschland gehört der Initiative an. Was hat Sie dazu bewogen, „Deutschland baut!“ beizutreten?

KIRSTEIN:

Im Austausch mit den Mitgliedern von „Deutschland baut!“ sehen wir ein enormes Potential, Ideen und Prozesse weiterzuentwickeln, von denen nicht nur wir – STARK Deutschland – sondern auch alle anderen profitieren. Zudem bietet uns die Initiative eine hervorragende Möglichkeit, Fachkräfte und angehende Führungskräfte für uns zu gewinnen.

TAGWERK: Auf welche Weise unterstützt „Deutschland baut!“ ihre Mitglieder in dieser Hinsicht?

BERNER:

Da ist zum Beispiel unser Projekt „Studienaussteiger: Schwerpunkt Bauwirtschaft“. Ihnen bieten wir in Kooperation mit Mitgliedsunternehmen eine duale Berufsausbildung bzw. ein berufsbegleitendes Studium an, wobei sich die praktische Tätigkeit im Betrieb mit dem Studium abwechselt.

Darüber hinaus treffen sich ausgewählte Vertreter unserer Initiative viermal im Jahr, um Best-Practise-Beispiele im HR-Bereich auszutauschen. In dieser Runde werden Themen aus dem Tagesgeschäft besprochen und Lösungswege abgeglichen, um beispielsweise die Fluktuation von Mitarbeitern gering zu halten.

Zweimal im Jahr findet in Offenbach ein Arbeitskreis Fachkräftesicherung statt. Er ist operativ ausgerichtet und orientiert sich an HR-Themen.

Und dann gibt es noch das Traineeprogramm, unser Leuchtturmprojekt. Es richtet sich an hoch qualifizierte Studienabgänger aus den Fachgebieten Bauingenieurwesen, Wirtschaftsingenieurwesen oder Betriebswirtschaft. Im Rahmen des Programms arbeiten die High Potentials jeweils sechs Monate bei drei unterschiedlichen Unternehmen, wobei sie in der Regel als Referenten in der Geschäftsleitung angesiedelt sind.

KIRSTEIN:

Durch das Traineeprogramm, an dem sich auch STARK Deutschland beteiligt, bekommen die Teilnehmer Einblick in Unternehmen der Branche und sind nach dem Programm für den Start in den Beruf gewappnet. Darüber hinaus können sie schon früh Netzwerke aufbauen. Davon profitieren alle, sowohl die Unternehmen als auch die Trainees.

BERNER:

90 Prozent der Trainees finden auf diese Weise zu ihrem späteren Arbeitgeber in einem der zwölf teilnehmenden Unternehmen. Daraus ergibt sich eine Win-Win-Situation für alle.

KIRSTEIN:

Das kann ich für STARK Deutschland nur bestätigen. Bei uns begleiten die Trainees interne Projekte und werden somit direkt in unsere Prozesse eingebunden. So bekommen sie tiefgreifende Einblicke in den Baustoffhandel und die STARK Deutschland GmbH. Uns ist es wichtig, dass die Person in dieser Zeit spannende Projekte begleitet, in denen sie gefördert wird und damit verbunden Praxiserfahrung im Baustoffhandel sammeln kann. Und wir selbst profitieren insofern davon, dass wir mit jungen und motivierten Menschen arbeiten können, die Interesse an der Baubranche haben und oftmals auch schon fundierte Kenntnisse besitzen.


TAGWERK: Die Entwicklungen des vergangenen Jahres haben uns allen klar gemacht, dass das Thema Gesundheit eine Hauptrolle spielt – für uns und die Wirtschaft. Welche Maßnahmen haben Sie bei STARK Deutschland und WOLFF & MÜLLER in dieser Situation ergriffen?

KIRSTEIN:

Die Gesundheit unserer Mitarbeiter ist für uns seit jeher wichtig. Durch COVID-19 steht diese mehr denn je im Mittelpunkt. Umso mehr fühlen wir uns in unserer Digitalisierungsstrategie bestätigt, die wir schon eine ganze Weile vorantreiben – und von der wir auch in dieser Situation profitieren.

Aktuell setzen wir den Fokus beispielsweise auf Meetings im virtuellen Raum. Virtuelle Arbeitsgruppen machen es möglich, sich untereinander via Chatfunktion und Aufgabenplaner auszutauschen. Dies erspart nicht nur Zeit und E-Mails, sondern lässt unsere Mitarbeiter auch flexibler agieren.

Unsere Kunden wollen wir durch Einführung eines neuen Onlineshops ab November noch mehr unterstützen: Belege, Angebote, Lieferscheine etc. werden im jeweiligen Account online abgelegt. Der Kunde kann auf alle Dokumente zugreifen und technische Sicherheitsdatenblätter unkompliziert herunterladen. Alles steht gebündelt und auf einen Blick zur Verfügung. 

BERNER:

Auch WOLFF & MÜLLER setzt intensiv auf die Digitalisierung und investiert derzeit siebenstellige Beträge in diesen Bereich. Im Zuge des coronabedingten Shutdowns hat sich dieser Weg als richtig erwiesen: 580 von 600 Mitarbeitern der Hauptverwaltung wurden ins Home-Office geschickt. Trotzdem ist das Unternehmen dank der neuen Medien zu 100 Prozent weitergelaufen.


TAGWERK: Im Hinblick auf die Zukunft – wie geht es weiter?

KIRSTEIN:

Die Mobilität der Arbeit wird sich weiterhin enorm steigern. Künftig wird der größte Teil der Arbeit nicht mehr klassisch am Büroschreibtisch erledigt. Dem müssen wir uns stellen und dafür müssen wir gezielt Maßnahmen ergreifen.

BERNER:

Für uns bei WOLFF & MÜLLER heißt dies beispielsweise, dass wir bei unserem neuen Bürogebäude gezielt auf Workflow Offices setzen. Denn wir haben die Erfahrung gemacht, dass es für die Mitarbeiter von morgen keine Rolle spielt, wo sie arbeiten. Wichtig sind und bleiben hingegen die Kommunikation und der Austausch untereinander – wie wir ihn auch bei „Deutschland baut!“ pflegen. Hier sind alle gefragt und werden alle integriert, junge Menschen ebenso wie die erfahrenen Älteren – denn wir alle wollen gemeinsam in eine sich verändernde Zukunft gehen.

Zur Person

Name

Timo Kirstein

Unternehmen

STARK Deutschland

Fachgebiet

Timo Kirstein ist Geschäftsführer von STARK Deutschland und verantwortet den bundesweiten Vertrieb von STARK Deutschland und den Vertriebsmarken Raab Karcher, KERAMUNDO und Muffenrohr sowie die gesamte Vertriebssteuerung.

Kontakt & weitere Infos

www.stark-deutschland.de

Zur Person

Name

Udo Berner

Unternehmen

WOLFF & MÜLLER Holding GmbH & Co. KG

Fachgebiet

Udo Berner ist Geschäftsführer der WOLFF & MÜLLER Holding und zudem Gründungsmitglied und Vorstandsvorsitzender von „Deutschland baut!“.