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Praxistipp

Kundenakquise 4.0

Auftragsportale clever genutzt

Die Welt ist vernetzt – auch im Handwerk. Potenzielle Auftraggeber suchen online nach Dienstleistern, diese wiederum nutzen Auftragsportale zur bequemen Kundenakquise. Die Plattformen bieten Chancen, doch es ist nicht alles Gold, was glänzt.

„[…] oft ist der Zeitaufwand für die Kalkulation eines gut beschriebenen Online-Auftrags deutlich geringer als die Akquise von Neukunden auf herkömmlichen Wegen.“
Thomas Busch für handwerksblatt.de im September 2017

Neubauvorhaben, Renovierung oder Sanierung – leistungsstarke Betriebe sind gefragt wie nie. Das zeigen nicht zuletzt die stetig wachsenden Internet-Marktplätze. Allein beim deutschen Marktführer MyHammer sind aktuell rund 200.000 Handwerksbetriebe registriert, die sich um Aufträge von fast drei Millionen Kunden bewerben. Natürlich kostet es Zeit und Geld, sich auf mehrere Aufträge zu bewerben und der Zuschlag bleibt trotzdem aus. Auf der anderen Seite kann ein einziger Zuschlag die Gewinnschraube nach oben drehen.

Die Mehrzahl der Online-Portale richtet sich an alle Gewerke vom Dachdecker über den Trockenbauer bis hin zum Maler oder Fliesenleger. Auch wenn die meisten Marktplätze nach dem gleichen Prinzip funktionieren – Endkunden stellen einen Auftrag ein, registrierte Handwerker unterbreiten ein entsprechendes Angebot, der Kunde wählt seinen Wunsch-Dienstleister aus – , gibt es doch Unterschiede. So trennt man klassische Auftragsportale beispielsweise von Handwerksverzeichnissen sowie Vergleichsportalen, immer wichtiger werden auch Bewertungsplattformen.

Auftragsplattformen im Überblick

Anbieter
Angebot
Anbieter
Angebot

Handwerker können auf eingestellte Aufträge bieten

Anbieter
Angebot

Mischung aus Online-Branchenverzeichnis und Auftragsvermittlung, auch via Messenger-Dienste

Anbieter
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Handwerker können auf eingestellte Aufträge bieten

Anbieter
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Handwerker können auf eingestellte Aufträge bieten

Anbieter
Angebot

Handwerker können Dienstleistung inkl. Fixpreis hinterlegen lassen

Anbieter
Angebot

Handwerker können sich in Haupt- und bis zu drei Nebenbranchen eintragen

Unser Tipp:

Achten Sie bei der Wahl einer Auftragsplattform auf entsprechende Qualitätskriterien. In Ihrem eigenen Interesse!

Welches Portal bietet was?

Handwerksverzeichnisse wie der Handwerkerradar, eine App zur Handwerkersuche nach Umkreis, Beruf oder als Freitext, dienen als digitale Branchenbücher. Registrieren können sich Handwerker direkt über ihre zuständige Kammer. Als Vergleichsportal hat sich www.findehandwerker.com einen Namen gemacht – hier ist der Vergleich unterschiedlicher Auftragsportale möglich.

Übrigens:

Die typische Rückwärtsauktion mit gegenseitigem Unterbieten gibt es kaum noch. Vielmehr arbeiten die Portale mit Auftragsausschreibungen und verdeckten Angeboten. Das heißt: Dienstleister sehen, zu welchen Preisen die Konkurrenz anbietet, der Kunde entscheidet frei. Um Preisdumping zu vermeiden, ist es im Interesse aller Betriebe, Leistungen nur mit Gewinn anzubieten. Davon abgesehen achten viele Kunden verstärkt auf gute Bewertungen und besondere Kompetenzen, Professionalität ist gefragt. Wer also nur auf das schnelle Geld aus ist, wird bei seriösen Plattformen langfristig keine Chance haben. Das ist auch gut so, schließlich können sogenannte Hobby-Handwerker den Ruf von Online-Plattformen verwässern. Viele Anbieter arbeiten daher bereits mit Qualitätschecks und fordern Nachweise wie Gewerbeschein, Gesellen- oder Meisterbrief.

Anbieterportale nutzen

Legen Sie ein ausführliches Anbieterprofil zugunsten Ihres Online-Marketing-Auftritts an, denn diese Profile werden von Suchmaschinen besser eingestuft als die eigene Webseite. Achten Sie dabei auf Professionalität: Meistertitel, Zusatzqualifikationen, Referenzkunden und Kompetenzen sind ebenso wichtig wie professionelle Bilder. Setzen Sie zudem für jeden Auftrag eine preisliche Untergrenze fest, die Sie nicht unterschreiten, und fixieren Sie bei jedem Zuschlag die besprochenen Angebotsdetails, die Sie vom Kunden unterschreiben lassen.